Für viele klingt es absolut verführerisch, selbständig ein Unternehmen zu eröffnen und von nun an nicht mehr von den Launen des Chefs abhängig zu sein. Der erste Schritt zur Unternehmensgründung ist jedoch: Die ganze Sache intensiv zu überdenken – ein eigenes Unternehmen zu gründen und zu leiten schenkt zwar viele Vorteile, ist aber auch mit ebenso viel Arbeit verbunden. Nicht umsonst spricht man bei der Selbständigkeit von selbst und ständig – doch gut durchdacht und perfekt organisiert kann dieses Projekt nicht nur durchaus lukrativ sein, sondern auch eine gewisse menge an Freiheit und Unabhängigkeit bieten

 

1. Die eigenen Möglichkeiten erkennen

Zuerst ist es wichtig, dass Sie Ihre eigenen Fähigkeiten objektiv beurteilen. Zum Gründen und Leiten eines Unternehmens gehört mehr als nur das nötige Fachwissen – dieses sollte allerdings die Grundvoraussetzung sein. Auch die Fähigkeiten im Umgang mit eventuellem Personal und die sogenannten Führungskompetenzen, sowie soziale Kompetenz sollten selbstkritisch zu Beginn beurteilt werden.
Wenn Sie zwar über das nötige Fachwissen und das Können verfügen, sich jedoch unsicher im Umgang mit Mitarbeiterführung sind, sollten Sie in dieser Richtung von Beginn an eine kompetente Unterstützung einplanen.

2. Eine eigene Nische finden – die Geschäftsidee

Überlegen Sie gut, ob Ihr künftiges Geschäft in Ihrer geplanten Umgebung Zukunftschancen haben kann. Es ist wenig ertragreich, in einer Straße mit bereits 10 Kaffeehäusern zu errichten, oder sich in einem 400-Seelen Dorf als fünfter Installateur anzusiedeln.
Suchen Sie nach zündenden Geschäftsideen und Nischen, die sich eindeutig von der breiten Masse abheben. Dazu kann im Bereich Gastronomie ein Schwerpunkt auf vegane oder vegetarische Küche liegen, oder mobile Dienstleistungen angeboten werden. Nur wer diese außerordentlichen Ideen auch überzeugend verdeutlichen kann, kann mit seinem Business Plan auch vor den kritischen Augen der Banken bestehen.

3. Beratung ist alles

Stürzen Sie sich nicht Hals über Kopf in das Unternehmen und sprechen Sie im Vorfeld mit Menschen, die Ahnung von der Gründung eines Geschäfts haben. Lassen Sie sich ausführlich beraten und klären Sie auch im Vorfeld sämtliche rechtliche Fragen ab. Gründeragenturen und Coachings sind immer eine gute Wahl.

4. Standort-Eruierung

Finden Sie den perfekten Standort. Gewünschte Zielgruppen lassen sich bequem mittels Analysen und Statistiken herauskristallisieren. Dazu finden Sie auch Unterstützung von Profis, die sich mit diesem Thema und mit Marketing befassen.

Erst die Idee dann die Aktion

 

5. Ein ausgereifter Business-Plan

Sobald Ihre Ideen immer mehr Form angenommen haben, sollten Sie einen detaillierten Business-Plan erstellen. Hier werden sowohl die Ideen, als auch die Prognosen und die zu erwirtschaftenden Erträge vermerkt. Bei der Industrie,- und Handelskammer, beim Institut für freie Berufe oder bei BayStartUP finden Sie unzählige Vorlagen, wie Sie einen Business-Plan ordentlich und richtig gestalten können.

6. Die passende Rechtsform des Unternehmens finden

Bei der Gründung des Unternehmens wird auch die Gesellschaftsform festgelegt, die den gesetzlichen Handlungsrahmen bestimmt. Hier sollten Sie die Haftung, das Grundkapital und auch die etwaigen Auswirkungen in die Überlegung miteinbeziehen. Ob Einzelunternehmen, Personengesellschaften oder Kapitalgesellschaften wie zum Beispiel die GmbH, haben individuelle Vorteile oder auch Nachteile. Lassen Sie sich dahingehend ausführlich von Ihrem Steuerberater aufklären. Auch Notare oder Rechtsanwälte sind gerne bei der Wahl der richtigen Rechtsform Ihres Unternehmens behilflich.

7. Die Finanzierung

Wenn Sie das Unternehmen nicht ausschließlich mit Eigenkapital gründen können oder möchten, müssen Sie potentielle Geldgeber oder Investoren mit einem ausgeklügelten Business-Plan und einer tollen Geschäftsidee überzeugen. Prüfen Sie Ihr Finanzkapital eingehen und genau und rechnen Sie immer ein ordentliches Polster mit ein. Listen Sie genau auf, welche Bereiche mit Eigenkapital finanziert werden sollen, und woher Sie das Fremdkapital erhalten. Auch hier finden Sie wieder gute Unterstützung bei Gründeragenturen oder Handelskammern.

8. Die Formalitäten bedenken und einhalten

Es geht nichts ohne Bürokratie und zu Beginn sind viele Punkte zu bedenken. Sie müssen Ihr Gewerbe an vielen Stellen anmelden und registrieren. Auch mögliche Bewilligungen und Genehmigungen müssen im Vorfeld eingeholt werden, wie z.B ein Bankkonto eröffnen. Meine Empfehlung an Sie, um Ihre zukünftigen Geschäfte leichter im Überblick zu halten, besorgen Sie sich eine Kontostand App, wie beispielsweise die von Zuper. Weitere Unternehmens- Auskunft erhalten Sie auch auf den Handelkammern oder dem Institut für freie Berufe.

9. Versicherungen und Absicherungen

Sobald Sie den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben, sind Sie auch selbst für Ihre finanzielle Absicherung verantwortlich. Neben einer Krankenversicherung sollten Sie auch an eine Unfallversicherung und an eine Altersvorsorge denken. Natürlich gehören zu diesem Punkt auch Haftpflichtversicherungen und Gebäudeversicherungen. Achten Sie hierbei auf die Deckungssummen, die nicht zu niedrig angesetzt werden sollten.

10. Mit Elan in die Selbständigkeit

Bei aller Planung und aller Bürokratie sollten Sie jedoch nie den Spaß an der Arbeit und den Idealismus dahinter vergessen. Planen Sie auch im Vorfeld ein, wie sich die Selbständigkeit auf Ihr bisheriges Familienleben auswirkt und beziehen Sie auch die Familie in ihre Pläne ein. Mit guter Planung und individuellen Ideen können Sie mit Zuversicht in die Zukunft als erfolgreicher Unternehmer gehen.